16 Januar 2012 - 20:30

Das irakische Außenministerium hat aus Protest gegen die Intervenierungen der türkischen Verantwortungsträger bei der politischen Krise in Irak den Botschafter dieses Landes in Bagdad einbestellt.

Der irakische Vizeaußenminister Mohammad Dschavad al-Dorki hat am Montag bei einem Treffen mit dem einberufenen türkischen Botschafter in Bagdad Yunus Demir die türkische Regierung aufgefordert, ihre Intervenierungen bezüglich der politischen Krise in Irak und den irakischen Angelegenheiten überhaupt, zu vermeiden, da dies nur die bilateralen Beziehungen trüben werde.
Yunus Demir erwiderte, die türkischen Funktionsträger würden nur aus Wohlwollen über die politische Lage in Irak sprechen und hätten nicht vor, sich in die internen Angelegenheiten dieses Landes einzumischen.
Der türkische Ministerpräsident Reccep Tayyip Erdogan hat vor einigen Tagen hinsichtlich der krisenhaften politischen Lage Iraks gewarnt und gesagt, Irak trage in der momentanen Lage eine große historische Verantwortung. Die jetzige Krise könne sich auf alle islamischen Länder ausdehnen.
Die Beziehungen zwischen Irak und der Türkei sind wegen der Stellungnahme der Türkei bezüglich der Festnahme des irakischen Vizepräsidenten Tariq Haschemi wegen seiner Verwicklung in terroristische Angriffe und Bombenanschläge in diesem Land angespannt.
Die türkischen Verantwortlichen haben bekannt gegeben, die momentane Krise in Irak könne zur Verschärfung der Aggressionen und ethnischen Auseinandersetzungen im Irak führen.
Der irakische Ministerpräsident Nuri Al Maleki hat am Montag die Äußerungen von Erdogan kritisiert und gesagt, Länder, die sich in die internen Angelegenheiten anderer Länder einmischen, müssten damit rechnen, dass  andere Länder sich auch in ihre Angelegenheiten einmischen.